Wenn die Wirbelsäule nicht im Lot ist

Als Skoliose bezeichnet man eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper, die nicht mehr vollständig aufgerichtet werden kann. Das vermindert die Beweglichkeit. Diese Verformung lässt sich nicht durch eine bestimmte Körperhaltung ausgleichen, sondern besteht in der Regel dauerhaft (chronisch). Ohne Behandlung nimmt sie im weiteren Wachstum meist zu.

Wie erkenne ich eine Skoliose?

Umso früher eine Skoliose erkannt und ggf. behandelt wird, umso höher sind die Chancen, dass der Patient mit der Wirbelsäulenkrümmung keine chronischen Beschwerden haben wird. Minimale Achsabweichungen des Rückgrats sind häufig – und äußerlich oft nicht erkennbar. Auch eine leichte Skoliose ist manchmal nur bei genauem Hinsehen oder mit Hilfe weiterer Untersuchungen feststellbar. Eine schwere Verformung der Wirbelsäule ist dagegen kaum zu übersehen: Zum Beispiel hängt dann im aufrechten Stand eine Schulter tiefer als die andere, das Becken steht schief, das Schulterblatt ragt auf einer Seite weiter heraus, ein einseitiger Rippenbuckel oder Lendenwulst kann sich bilden. Oder: Ein Bein scheint kürzer zu sein als das andere.

Der erfahrene Arzt erkennt eine Skoliose schon bei der körperlichen Untersuchung. Röntgenaufnahmen bestätigen den Verdacht. Wächst die Wirbelsäule noch, kann sich die Verbiegung innerhalb kurzer Zeit deutlich verschlimmern. Deshalb ist es besonders wichtig, eine Skoliose frühzeitig im Wachstum festzustellen. Auch leichte Skoliosen sollten ernst genommen und der weitere Verlauf engmaschig vom Arzt kontrolliert werden. Das weibliche Geschlecht ist statistisch deutlich häufiger betroffen, und zwar im Verhältnis 4:1.

Wie sieht die Therapie aus?

Im günstigsten Fall ist gar keine Behandlung nötig. Oder es reichen spezielle krankengymnastische Übungen aus. Verschlechtert sich die Skoliose jedoch rasch oder ist sie sehr ausgeprägt, sollte frühzeitig über eine zusätzliche Therapie mit einem individuell angepassten Korsett oder – in schweren Fällen – sogar über eine Operation nachgedacht werden. Denn eine sehr schwere Wirbelsäulenverbiegung kann langfristig nicht nur kosmetisch stören. Die Skoliose führt nach und nach zu strukturellen Veränderungen der Wirbelkörper mit Verlust der Beweglichkeit. Die Skoliose verursacht meist chronische (Rücken-) Schmerzen und kann die Funktionen der inneren Organe (Herz- und Lungenfunktion) beeinträchtigen oder die körperliche Aktivität in Freizeit und Beruf bedeutsam einschränken.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie eventuell von einer Skoliose betroffen sind, dann sprechen Sie bitte mit Ihrem Hausarzt über Ihren Verdacht.