Allrounder zur Erhaltung der Beweglichkeit und Wiederherstellung der Schmerzfreiheit

Physiotherapeuten orientieren sich bei der Behandlung an den Beschwerden und den Funktions-, Bewegungs- oder Aktivitätseinschränkungen des Patienten. Die Bewegungsfähigkeit kann zum Beispiel durch Krankheit, Unfall, angeborene Störungen oder Fehlverhalten im Alltag beeinträchtigt sein. Das Ziel ist die Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit sowie die Schaffung eines schmerzfreien Zustands. Unter dem Begriff der Physiotherapie verbirgt sich ein weites Feld therapeutischer Maßnahmen und Tätigkeitsfelder. Heute ist die Physiotherapie ein wichtiger Bestandteil der modernen Medizin und viele Behandlungserfolge in Praxis, Krankenhaus und Rehabilitation würden ohne die Physiotherapie nicht erreicht.

Woher kommt die Physiotherapie?

In früheren Jahren war die Physiotherapie unter dem Namen Krankengymnastik bekannt. Krankengymnastik verschrieb der Haus- oder Kinderarzt bzw. ein Orthopäde. Symptome waren auch damals schon Bewegungseinschränkungen jeder Art, Kopf- und Rückenschmerzen sowie Sport- und andere Unfälle. Die Physiotherapie hat eine lange Geschichte und geht bis weit in die Antike zurück, in der bereits Übungen zur Erhaltung der Beweglichkeit bekannt waren. 

Wann wird die Physiotherapie heute angewandt?

Heutzutage ist das Anwendungsgebiet der Physiotherapie sehr breit gefächert: Die Behandlung von Schmerzzuständen jeder Art, die Rückbildungs- oder Beckenbodengymnastik für Frauen, Beweglichkeitstraining nach Unfällen, Traumabehandlungen nach Brüchen, Sehnenrissen oder Gelenkproblemen sowie die Behandlung von Fehlstellungen der Wirbelsäule, Fehl- und Schonhaltungen, Arthrose in den Gelenken, Bandscheibenvorfällen oder die Berücksichtigung neurologischer Aspekte zur Nervenbehandlung, Therapierung von Schlaganfallpatienten oder Parkinson. Der Physiotherapeut ist ein Allrounder mit sehr viel Fachwissen und der Kompetenz sowohl den ganz jungen Patienten (Frühchen) als auch älteren Patienten (Senioren) zu helfen. Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, sind die Physiotherapeuten permanent gefordert, sich weiterzubilden und weiteres Knowhow anzueignen. Innerhalb eines Teams gibt es dann häufig Spezialisten für unterschiedliche Schwerpunkte.

Wie arbeiten Physiotherapeuten?

Die Behandlung ist an die anatomischen und physiologischen, motivationalen und kognitiven Gegebenheiten des Patienten angepasst. Dabei zielt die Behandlung einerseits auf natürliche, physiologische Reaktionen des Organismus (z. B. motorisches Lernen, Muskelaufbau und Stoffwechselanregung), andererseits auf ein verbessertes Verständnis der Funktionsweise des Körpers (Dysfunktionen, Ressourcen) und einen eigenverantwortlichen Umgang mit ihm ab. Gegebenenfalls wird sie ergänzt durch natürliche physikalische Reize (z. B. Wärme, Kälte, Druck, Eletrizität) und fördert die Eigenaktivität (koordinierte Muskelaktivität sowie die bewusste Wahrnehmung) des Patienten.