Sind Schmerzmittel die Lösung? 

Das Schleudertrauma ist eine Verletzung der Muskeln, Sehnen und Bänder rund um die Halswirbelsäule (HWS). Alternativ wird es auch als Beschleunigungstrauma, HWS-Zerrung oder HWS-Distorsion bezeichnet. Das Schädel-Hirn-Trauma hingegen entsteht, wenn äußere Gewalt auf den Kopf einwirkt und dadurch der Schädel und das Hirn verletzt werden. Differenziert wird nach "Gehirnerschütterung“ (Commotio cerebri), "Gehirnprellung“ (Contusio cerebri) oder "Gehirnquetschung“ (Compressio cerebri). 

Wie entsteht ein Schleudertrauma?

Das akute Schleudertrauma ist häufig Folge eines Auffahrunfalls. Der Betroffene sitzt zumeist in dem vorderen Fahrzeug und hat keine Möglichkeit, sich auf den Aufprall vorzubereiten. Der Zusammenstoß erfolgt typischerweise unerwartet von hinten (Heckaufprall). Dabei wirkt plötzlich eine starke Kraft auf den Nacken ein, diese führt zu einer schnellen Vor- und Rückbewegung des Kopfs (Peitschenhieb-Bewegung) mit einer entsprechenden Zerrung des Halses. Das Schleudertrauma kann jedoch ebenso durch andere Unfälle entstehen, beispielsweise bei Tauchunfällen oder einem Sturz ins Kletterseil beim Bergsteigen.

Symptome eines Schleudertraumas treten meist erst zeitversetzt einige Stunden später auf. Hierbei kann es zu Kopfschmerzen, Schwindelgefühlen, Sehstörungen, Ohrenrauschen, Schluckbeschwerden oder Verspannungen der Hals- und Nackenmuskulatur („Steifer Hals“) kommen. Sofern gar Nervenwurzeln verletzt wurden, können in der Folge auch Kribbeln und Taubheitsgefühle auftreten, die in Arme und Beine ausstrahlen und zu Schmerzen führen.

Wie entsteht ein Schädel-Hirn-Trauma?

Wirkt eine Gewalt auf den Kopf ein, dann kann ein Schädel-Hirn-Trauma entstehen. Bei jungen Menschen sind oft Verkehrsunfälle schuld: Dabei prallt der Kopf häufig mit großer Geschwindigkeit auf das Lenkrad oder gegen die Windschutzscheibe. Ältere Menschen tragen eher ein Schädel-Hirn-Trauma davon, weil sie stürzen. Ein weiterer typischer Fall ist der Radfahrer ohne Helm, der stürzt und mit dem Kopf aufschlägt. Ein Schädel-Hirn-Trauma kann außerdem durch Unfälle entstehen, die während des Sports, der Arbeit und im Haus passieren. Ebenso durch Gewaltverbrechen, bei denen es zu Schlägen, Hieben oder Kopfschüssen kommt.

Was sollte ich nach einem Unfall tun?

Der Verletzte sollte unmittelbar nach einem Unfall einen Haus- oder Notarzt kontaktieren. Je nach Unfallhergang und Schwere der Verletzung wird der Arzt dann weiterführende Behandlungsmethoden festlegen. Wichtig ist es, frühzeitig schwere Schädigungen der Halswirbelsäule bzw. des Gehirns durch entsprechende Untersuchungen auszuschließen. In vielen Fällen der Schleudertraumata oder bei leichten Schädel-Hirn-Traumata reichen eine kurzfristige, medikamentöse Therapie der Schmerzen sowie krankengymnastische Übungen kombiniert mit Wärmeanwendungen aus, um die Beschwerden zu lindern. Die Übungen sollten zunächst unbedingt unter Anleitung eines Physiotherapeuten erfolgen, da hier Vorsicht anzuraten ist. Eine Ruhigstellung durch eine Halskrause sollte nicht vorgenommen werden, da dies zur Erschlaffung der Muskulatur führen könnte. Schwere Schädel-Hirn-Traumata ziehen in der Regel langwierige Therapie- und Rehabilitationsprogramme nach sich.

Gute Aussichten

Normalerweise vergehen die Schmerzen und die Steifheit im Nacken nach wenigen Tagen oder Wochen. Das Risiko für Spätfolgen nach einem der beschriebenen Traumata ist eher gering. Wichtig für eine rasche Heilung ist die frühzeitige und korrekte Behandlung. 

Es gibt jedoch Einzelfälle, in denen die Betroffenen jahrelang mit den Folgen eines chronischen Traumas zu kämpfen haben. Diese Menschen sind entweder zum Zeitpunkt des Unfalls schon älter oder haben häufig schwere Vorschäden der Halswirbelsäule. Auch in solchen Fällen können Sie gerne bei uns behandelt werden - durch das vernetzte fachübergreifende Arbeiten und die Spezialisierung auf den Kopf sind wir in der Lage richtungsweisende Impulse zu geben.