Wenn die Nerven schmerzen

Der menschliche Körper besteht unter anderem aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen. Mit bis zu 100 Metern pro Sekunde jagen diese unaufhörlich Informationen durch den Körper. Was aber, wenn die Nerven selbst Auslöser für Schmerzen sind? Das Gefühl eines Blitzschlags, welches den Körper durchzuckt? Der Schmerz kann brennen wie Feuer, stechen wie Nadeln oder kribbeln, als würden Ameisen über die Haut laufen. 

In vielen Fällen, beispielsweise nach einer Operation, einer Gürtelrose, bei Trigeminus-Neuralgien oder nach einem Bandscheibenvorfall sind nur einzelne Nerven oder Nervenwurzeln des sogenannten peripheren Nervensystems – das ist das Nervensystem außerhalb von Rückenmark und Gehirn - betroffen. Es können aber auch mehrere Nerven geschädigt sein, beispielsweise bei Diabetes mellitus. Ärzte sprechen hier von Polyneuropathien. 

Was sind die Ursachen von Nervenschmerzen?

Weil unterschiedliche Grunderkrankungen die Nervenschmerzen auslösen können, sind die Ursachen dementsprechend vielfältig. Bei der sogenannten Post-Zoster-Neuralgie (PZN) beispielsweise wird der akute Gürtelrose-Schmerz zu einem Dauerschmerz. Nach Operationen können verletzte oder durchtrennte Nerven zu chronischen Nervenschmerzen führen. Die Ursachen von Polyneuropathien können eine Zuckerkrankheit, Infektionskrankheiten oder Alkoholmissbrauch sein. Unterschiedliche Ursachen für Schmerzerkrankungen können zum gleichen Beschwerdebild führen (zum Beispiel Berührungsschmerz oder Brennschmerz). Andererseits können Patienten bei gleicher Grunderkrankung ganz unterschiedliche Symptome zeigen.

Wie geht der Therapeut die Behandlung an? 

Bei der Befunderhebung kann der Patient dem Arzt oder Therapeuten durch genaue Angaben helfen, den Nervenschmerz möglichst schnell von anderen Schmerzformen abzugrenzen. Der Arzt benötigt hierfür exakte Informationen über den genauen Ort des Schmerzes, über sein Ausstrahlen in andere Bereiche sowie über seine Qualität: Wie fühlt er sich an, sitzt er tief im Inneren oder eher an der Oberfläche? Zu diesem Zweck setzen Schmerztherapeuten vor der ersten Untersuchung Schmerzfragebögen ein. Auf die Fragebögen folgen weitere Tests und Untersuchungen, um ein möglichst genaues Bild der Empfindungsstörungen und Schmerzformen zu erhalten. Durch den Vergleich mit den Messwerten gesunder Menschen können Ärzte und Therapeuten feststellen, wie intensiv die Schädigungen sind und ob ein neuropathischer Schmerz vorliegt. 

Umso früher Erkrankungen der Nervenzellen und Schädigungen erkannt werden, umso höher sind die Erfolgsquoten für eine vollständige Wiederherstellung der Schmerzfreiheit und Funktionsweise. In enger Abstimmung erarbeiten Ärzte, Neurologen und Experten aus dem SOZO Team einen Therapieplan, der individuell und zielgerichtet hilft.  Weisen Sie im Bedarfsfall Ihren Arzt gerne auf unser Angebot hin.